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Erfahrungsbericht
Baby- und Kleinkindbetreuung kann unterschiedlich intensiv sein. Jedes Kind für sich ist eine ganz eigene Persönlichkeit mit eigenen Qualitäten und Vorlieben, Abneigungen und Ängsten. Marian, mein erster Sohn, war ein „pflegeleichtes“ Kind, und trotzdem empfinde ich die Zeit mit meinem ersten Kind als die schwierigste Zeit. Ich habe nicht wirklich gewusst, was da auf mich zukommt und die Umstellung aus dem Arbeitsleben heraus war groß. Plötzlich war ich Tag und Nacht in Bereitschaft. Natürlich schmeichelte es mir auch, dass ein anderer Mensch so absolut von mir abhängig war, aber zugleich war es eine ungewohnte Verantwortung die ich plötzlich spürte.
Oft war es sehr schwer für mich zu erkennen, was Marian nun wollte. Unruhe und Weinen kann so viele verschiedene Ursachen haben und beim ersten Kind ist es nicht immer einfach zu wissen, was jetzt schon wieder zu tun sei. Natürlich „Hose runter und nachgesehen“, aber das war es noch nicht! Vielleicht doch noch ein bisschen Hunger? Aber die letzte Mahlzeit ist doch erst – mein Gott, die ist ja schon wieder zwei Stunden her! Das Rätsel war gelöst. Aber so schnell ist leider nicht immer Abhilfe zu schaffen. Und neben Bauchweh, Aufstoßen, anderen Schmerzen und sicher auch manchmal Unlust und Spannungen, gibt es sicher noch einige andere Gründe, warum ein Baby um Hilfe schreit. Und genau diese Schreie stürzten mich beim ersten Kind oft in Ratlosigkeit und Hilflosigkeit.
Heute würde ich das Baby erst anschauen, wenn man genau hinschaut, erkennt man oft den Ursprung für die Unpässlichkeit des Kindes. Aber die Sensibilität, zu sehen, kam erst mit der Zeit und selbst jetzt gibt es viele Situationen, in denen ich eben einfach noch immer herumprobieren muss, mich auf meine Gefühle konzentrieren muss, hinspüren muss, was zu tun ist. Oft sind es ganz kleine, einfache Veränderungen, die Lösungen bieten.
Dieses Hinschauen, Hinhorchen und oft einfach da sein für das Baby, ohne dass man sich durch den wartenden Wäschekorb, dem Staub auf dem Regal oder den Bröseln unterm Tisch, dem Frühstücksgeschirr in der Abspüle und den Schlieren auf dem Fenster aus der Ruhe bringen lässt! Einfach liegen zu bleiben, wenn das Baby eingeschlafen ist und sich ebenfalls den Schlaf gönnen, der einem in der Nacht nur mit Unterbrechungen möglich war. An das eigene Nervenkostüm zu denken, wenn man sich zum dritten Mal an diesem Tag neben dem friedlich schlafenden Baby ausstreckt. Ein eigenartiges Leben hat da begonnen.
Viele Regeln, die bis jetzt für Tüchtigkeit und Selbstdisziplin gestanden haben, verlieren plötzlich an Wert und Sinn. Und trotz aller „Undiszipliniertheit“ und „Faulenzerei“ ist man total geschafft und erledigt, sobald es Abend wird. Oft habe ich das Gefühl: „Alle waren fleißig, nur ich nicht“ – Dieser Eindruck verstärkt sich sogar noch, wenn die Kinder älter und aktiver werden.
Ich schaffe den Rahmen, in dem sich mein Kind entfalten kann, räume ihm Freiheiten ein,
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