|
Die meisten Neugeborenen sind bald nach der Geburt bereit, zum ersten Mal an der Brust zu trinken. Wenn sich das Baby auf dem Bauch der Mutter ausruhen darf, wird es sich ganz von selber auf den Weg zur Brust machen. Es beginnt mit Krabbelbewegungen, sabbert, schmatzt und lutscht an seinen Händchen. Ein Baby, dessen Mutter während der Geburt keine Medikamente erhalten hat, wird die Brust auch ganz alleine finden.
Wir sind es gewohnt unseren Babys zur Brust zu helfen.
Mütter können dabei folgende Anregungen beachten:
- machen Sie sich bequemes Sitzen oder Liegen beim Stillen zur Selbstverständlichkeit
- halten Sie den Kopf Ihres Babys mit dem Gesicht zur Brust zugewandt in Ihrer Armbeuge
- der Bauch Ihres Babys sollte zu Ihrem Bauch gedreht sein
- nehmen Sie Ihre Brust, indem Sie Ihre Finger unter und den Daumen auf die Brust legen
- Wichtig ist, dass Sie nicht drücken! Dabei bestünde nämlich die Gefahr, dass die Michgänge abgedrückt werden
- jetzt können Sie den Mund des Babys leicht mit der Brustwarze berühren, dadurch wird der Suchreflex ausgelöst
- Es ist nun wichtig zu warten, dass der Säugling den Mund weit aufmacht, fast so weit wie beim Gähnen. Dann erst wird das Kind zur Brust gezogen und es wird zu saugen beginnen.
- Wenn es einen großen Teil des Warzenhofes im Mund hat, dann liegt das Baby gut. Das Trinken sollte die Mutter nicht schmerzen. Falls doch, sollten Sie Ihr Baby abgenehmen und das Anlegen nochmals versucht wird. Niemals soll ein falsches Saugen hingenommen werden, später ist es mühsam das Saugverhalten zu korrigieren.
- Wenn das Kind gut angelegt ist, darf es solange an der Brust saugen, wie es möchte. An jeder Seite fünfzehn bis zwanzig Minuten ist ideal, damit bekommt das Baby auch genügend Milch.
Sollte trotzdem ein Schmerz spürbar sein, ist es ratsam eine Stillberaterin aufzusuchen. Bereits in der Schwangerschaft eine Stillgruppe zu besuchen und mit der Stillberaterin Kontakt aufzunehmen, hat schon manches Problem gar nicht erst entstehen lassen.
Die La Leche Liga bietet solche Stillgruppen an. An die achtzig Beraterinnen in Österreich arbeiten ehrenamtlich um von Mutter zu Mutter Hilfestellung anzubieten. Denn jede Stillberaterin der LLL hat auch bereits mindestens ein Kind ein Jahr lang gestillt. Durch kontinuierliche Aus- und Weiterbildung ist gewährleistet, dass alle Beraterinnen auch auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind. Für medizinische Probleme steht den Beraterinnen ein medizinischer Beirat mit ihrer Hilfe zur Seite. Die Stillberatung ist kostenlos, in den Stillgruppen ist ein kleiner Betrag für die Gruppenkassa zu bezahlen.
Diesen Beitrag im Forum diskutieren. (0 Beiträge)
|