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Ein kleines Mädchen beschloss doch früher in die Welt zu treten -Erfahrungsbericht einer jungen Mutti
Meine Vorstellung von der Geburt unseres Kindes war immer die, dass ich es durch eine normale Geburt und normal ausgetragen auf die Welt bringen würde! Die Vorstellung durch einen Kaiserschnitt zu entbinden oder die Gedanken an irgendeine andere Komplikation, wollte ich nicht zulassen.
Es war der 22. 11. 2008 am Vormittag, als ich Senkwehen bekam. So dachte ich! Also ging ich in die Badewanne, weil „man sagt": Senkwehen gehen in einer warmen Wanne vorbei, „echte" Wehen werden verstärkt! Doch sie wurden stärker und so fuhren mein Mann und ich ins Krankenhaus! Es war die Angst mittlerweile um das Baby da. Die Hebamme meinte:"Es sei soweit für die Geburt!"
Mein Mann ging mit mir spazieren. Es „heißt" so treibt man die Wehen voran. Als wir im Zimmer zurück waren, durfte mein Mann nach Hause fahren, denn mir war lieber er ist dann fit, wenn unser Kind auf die Welt kommt.
Etwa nach 7 Stunden waren meine Wehen weg. 5 Stunden später hatte ich den Blasensprung und ich sah, dass mein Fruchtwasser grün gefärbt war. Ich rief meinen Mann an, der so schnell er konnte zu mir ins Spital gekommen ist. Mittlerweile wurde ich sofort in den Kreißsaal gefahren! Und als der Papa unseres Kindes auch wieder bei mir war, kam ich mir nicht mehr so alleine vor.
Die Wehen waren zu schwach, es wurde der „Wehentropf" angehängt, der die Wehen verstärken sollte. Das traf auch ein und ich war bereit für eine normale Geburt. Die Hebamme und die Ärztin sagten, dass die Herztöne unseres Kindes mit zunehmenden Wehen schwächer wurden und es kam der Kaiserschnitt ins Gespräch! Ärzte, Hebammen, Chirurgen, Anästhesisten und Schwestern waren im Kreißsaal und rannten hektisch herum! Mein Mann sollte inzwischen den OP- Revers und den Anästhesie- Revers ausfüllen! Mir wurde das Medikament zur Wehen Hemmung gespritzt und ein Blasendauerkatheter gesetzt! Dann unterschrieb ich die bereits ausgefüllten Formulare und ab ging es in den OP. Der Kaiserschnitt erfolgte durch PDA. (Periduralanästhesie).
Schließlich wurde ich am 23. 11. 2008, mit 25 Jahren, das erste Mal Mama eines Frühchens mit dem Namen Sarah- Leonie geworden! Sie kam um 4 Wochen und 2 Tage zu früh auf die Welt!
Nicht nur der ungeplante Kaiserschnitt, sondern auch weil unser Kind doch etwas zu früh auf die Welt kam, war ich absolut nicht darauf vorbereitet. Alles ging so schnell! Es war keine Zeit sich damit auseinander zu setzten dass man plötzlich Mutter wurde! Man sagt zwar immer Hauptsache das Kind ist gesund, das auch stimmt, aber es hat für mich mehr bedeutet.
Den ersten Schrei von ihr zu hören, nach dem Kaiserschnitt, war ein unbeschreibliches Gefühl. Allerdings sehen durfte ich sie nicht. Sie wurde auf die Kinderintensivstation gebracht und dort weiter versorgt!
Ich kam mir vor wie ein (entschuldige den Ausdruck) „ausgeweidetes Schwein"! Obwohl man sich gut um mich kümmerte, obwohl mein Mann da war, ich kam mir alleine vor! Vor ein paar Minuten noch ein Baby im Bauch und jetzt alles leer! Das Gefühl eines unvorstellbaren Verlustes schlich sich ein.
Nachdem ich zugenäht war kam ich aufs Zimmer und durfte meine Kleine erst am nächsten Tag zu Mittag für 10 Minuten sehen, dann kam sie wieder auf die Intensivstation in den Inkubator und wurde überwacht! Eine unbeschreibliche Sehnsucht nach meinem Kind bewog mich, trotz stark schmerzender OP- Wunde, aufzustehen und unser Kind zu besuchen.
Es war ein sehr eigenartiger Anblick, da ich mir die Geburt ganz anders vorgestellt hatte. Sie war so klein, so zart, so zerbrechlich, Kabel hingen von ihr weg! Einen venösen Zugang hatte sie in ihrem kleinen Händchen und musste gewärmt werden. Durch Infusionen und Antibiotika wurde sie vorerst versorgt. Zuerst hatte ich Angst sie zu berühren, Angst ihr weh zu tun. Durch die Hilfe der Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwestern wurde mir schnell die Angst genommen. Ich konnte meine Kleine im Arm halten, sie an meine Brust zum saugen anlegen und stundenlang bei ihr sein.
Schon nach wenigen Tagen konnte ich sie alleine versorgen und jegliche Angst ist vergangen. Es sieht beängstigend aus, all die Kabel und Geräusche, es wirkt beängstigend das Wort Kinderintensivstation, im Nachhinein gesehen, kam alles dem Kind zu Gute! Unsere Tochter war in guten Händen und wurde bestens versorgt!
Nach wenigen Tagen durfte sie schon bei mir im Zimmer bleiben und kam, damit auch ich mich zwischendurch ein wenig erholen kann, ein Kaiserschnitt bleibt ein körperlicher Eingriff, auch wenn man es als Mutter nicht wirklich wahr haben möchte, zwischendurch ins Kinderzimmer. Hauptsächlich jedoch wegen der Medikamentenabgabe und der Gewichtskontrollen. Mir war weitaus wichtiger, dass ich die Kleine auf meinen Bauch legen kann um die Stunden mit ihr zu genießen. Aber auch um alles zu begreifen. All diese neuen Eindrücke und Erfahrungen kamen mir manchmal gar nicht real vor. Es war wie in einem Traum, so schnell und so früh sein Kind im Arm halten zu dürfen. Sie zu riechen, zu hören. Sarah-Leonie zu beobachten.
Tagsüber hatte ich viel Besuch und war abgelenkt. Doch abends, wenn ich im Krankenhausbett lag, sah ich meine Kleine an und fing an zu weinen. Gedanken drehten sich im Kreis. Dieses Gefühl des doch sehr schnellen „Verlustes aus meinem Körper" stimmte mich traurig. Kein Schluckauf war mehr im Bauch zu spüren, keine Tritte, keine Beulen zu sehen, sein Baby nicht mehr in sich zu spüren. Für mich war das eigentlich eines der schlimmsten Gefühle. Sich von seinem Baby „verabschieden" zu können und sein Kind „begrüßen" zu dürfen, hat mir gefehlt.
Auf die Geburt vorzubereiten in den letzten Wochen, „Abschied" von seinem Bauch zu nehmen, obwohl es schon sehr anstrengend war mit ihm. Es fehlte etwas!
Mir hat mein Mann während dieser Zeit sehr geholfen die Gefühle zulassen zu können und auch zu dürfen, darüber zu reden und einfach zu weinen.
Bei einem Frühchen gibt es noch viele weitere Dinge die auf einen zu kommen. Regelmäßige Gewichtskontrollen, anfangs EKG, Herzultraschall (da es bei Frühchen oft vor kommt, dass das Foramen* (Begriffserklärung siehe unten) noch nicht geschlossen ist), Blutabnahmen und Kopfultraschall (da sich bei Frühgeborenen eine 5 Kammer im Gehirn die mit Liquor gefüllt ist, befindet). Bei jeder Untersuchung spielte die Angst mit und jedesmal die Erleichterung, wenn alles in Ordnung war.
Auch beim Stillen hat es bei mir nicht gleich funktioniert, da ich mir zu viel Stress gemacht habe. Außerdem war unsere Kleine in den ersten Stunden zu schwach um an meiner Brust zu trinken. Also habe ich sie alle drei Stunden mit einer Flasche gefüttert und zusätzlich bekam sie die wenigen Tropfen Muttermilch, welche ich mit der Milchpumpe abgepumpt habe, mit einer Spritze in den Mund. Das war anstrengend, so wie vieles, was plötzlich über mich herein brach. Anders als meine Träume von der Geburt und den Tagen danach. Anders als man erzählt bekommt. Doch all diese Anstrengungen, welche man im Nachhinein nicht mehr als Anstrengung sieht, sondern als eines der schönsten Erlebnisse, weil ein gesundes Mädchen in unser gemeinsames Leben getreten ist, haben sich gelohnt. Sie trank schließlich schnell von alleine und nahm, zu unserem ganzen Stolz, kräftig an Gewicht zu.
Bei der Geburt hatte unsere Sarah-Leonie 2224 Gramm und 45 cm. Am Tag der Entlassung am 28. 11. 2008 wog sie 2190 Gramm und hatte 45 cm.
*Anm.d.Red.: Bei der Entlassung wiegen alle Neugeborenen etwas weniger, als bei der Geburt. Dieses Defizit holen sie aber in kürzester Zeit auf, so dass man beruhigt sein kann. Gewichtsabnahmen, welche höher sind, als die "Norm" erlaubt, werden ohnedies intensiver beobachtet. Sollten Sie sich Gedanken vor Ihrer Entlassung bzw. auch während Ihres Aufenthaltes nach der Entbindung machen, reden Sie mit den Krankenschwestern, Ärzten und natürlich hat auch Ihr Kinderarzt immer ein Ohr für Ihre Sorgen. Gerade beim ersten Kind.*
Wichtig für mich war, um den Umgang mit unserem „Frühchen" zu verarbeiten und auch zu akzeptieren, ständig Fragen zu stellen. Auch wenn es oft die Gleichen und Selben gewesen sind. Es hilft und ich hatte nie das Gefühl lästig zu sein.
*Foramen (Erklärungen von der Plattform Wikipedia)
Herz
Im Herzen ist das Foramen ovale eine türartige Verbindung zwischen den Herzvorhöfen, die im fetalen (vorgeburtlichen) Kreislauf den Blutübertritt von rechts (Lungenkreislauf) nach links (Körperkreislauf) zulässt. Da die Lunge noch nicht belüftet ist und somit auch noch nicht relevant durchblutet wird, fließt das Blut über das Foramen ovale in den linken Vorhof und durch den Ductus arteriosus (oder auch Ductus artriosus Botalli) aus der Lungenschlagader in die Aorta. Das Foramen ovale verschließt sich normalerweise in den ersten Lebenstagen oder -wochen. Anstelle des Lochs findet sich dann am Herzen eine seichte Grube, die Fossa ovalis („ovale Grube"). Umringt wird die Fossa ovalis von einem Saum (Limbus fossae ovalis).
Erfolgt der Verschluss nicht, spricht man von einem anhaltenden oder andauernden persistierenden Foramen ovale, PFO. Bis zu 25 % aller Menschen leben mit einem offenem Foramen ovale in der Vorhofscheidewand. Mit Hilfe der Farbdopplerechokardiographie (Ultraschall) lässt sich dann ein geringer Blutfluss durch diese Öffnung nachweisen. Die Kinder sind nicht beeinträchtigt und eine Behandlung meist nicht erforderlich. Ist die Öffnung groß und hämodynamisch (Die Hämodynamik beschreibt den Blutfluss in den Blutgefäßen in Abhängigkeit von den verantwortlichen Kräften) bedeutsam, ist sie eher dem ASD II zuzuordnen.
Dennoch ist dies insbesondere beim Gerätetauchen von Bedeutung, wo während des Tauchgangs beim Druckausgleich (Valsalva-Versuch) Mikroblasen in das arterielle System übertreten können. In einer Fallserie von Tauchunfällen des Universitätsklinikums Düsseldorf ließen sich mehr als die Hälfte der dort behandelten Tauchunfälle auf das PFO zurückführen.
Nach neueren Untersuchungen gibt es einen Zusammenhang zwischen einem PFO und Migräne. Bei einem Teil von Erwachsenen, deren PFO verschlossen wurde, verschwanden oder verminderten sich Migräne-Anfälle.
Schädel
Am Schädel bezeichnet Foramen ovale eine Öffnung im Bereich der Felsenbeinpyramidenkante für den Durchtritt des Nervus mandibularis (Unterkiefer-Nerv), einem Hauptast des Nervus trigeminus, der zu den Hirnnerven gehört (Siehe auch Keilbein). Außerdem enthält das Foramen ovale den Plexus venosus foraminis ovalis.
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