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Emil Leander ,..märzkindchen---1.3.08


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Geschrieben von Redaktion Webfamilie   
Erfahrungsbericht einer Mutter, die die Welt nicht mehr versteht: - Wenn Eltern „Fehler“ machen

Alles war super, nach dem Sommerurlaub, bis zu dem Tag, als die 5. oder 6.Schulwoche begann. Vermutlich war es dieser Zeitraum, doch als Elternteil verpasst man nur allzu oft den Start. Ungewollt, weil es einfach ein Einschleichen ist. Eine Überwältigung letztendlich, vor der man machtlos steht. In der Schule, 6.Klasse, ging es plötzlich bergab. Sätze wie „Kein Bock“ „Ich mag nicht“ „Interessiert mich nicht“ und einige mehr, waren und sind an der Tagesordnung. Zuerst schiebt man es, als Elternteil, auf die Ferien, die ja doch sooooo lange gewesen sind. Dann schiebt man es auf die Zeit. Ja ja, die gute Zeit. Berufstätigkeit geht vor, denn ohne Geld spielt es bekanntlich keine Musik (wer dies einst verglichen hat, muss wohl in einer ähnlichen Situation gewesen sein).

Somit ist man schon den ganzen Tag außer Haus. Wenn noch hinzu kommt, dass man allein erziehend ist, keine Familie, die fallweise einfach mal nur da ist, hat und vielleicht noch dazu kommt, dass es mit einem Elterngespräch, also Mutter und Vater, doch nicht so gut funktioniert, wie man ursprünglich dachte, dann wird es ganz schön stolprig.

Man redet mit anderen Eltern. Hier kam hinzu, dass sich der Sohn kontrolliert vor kam, egal wie man versucht hat zu erklären, dass es doch nur für ihn das Beste ist. Das man ja ehrlich genug ist zu sagen, dass man es tat. Man erfährt dadurch, durch diese "Kontrollen bei anderen Eltern" dass so manche Eigenheiten ja doch nicht nur das eigene Kind hat und ist etwas erleichterter.
Trotzdem steht man vor einer Mauer. Bis zu dem Tag, an dem die Schule auch in diesen Kreis hinein kommt. Vergeblich sucht man nach einer Antwort oder den Hintergründen, die sich dabei oft ganz von alleine ergeben. Man muss nur durch halten, aber auch über das eigene Verhalten nach zu denken darf nicht als „schlecht“ gesehen werden. Auch wenn der „Wohl fühl-Aspekt“ in dem Zusammenhang alles andere als gegeben ist.

Doch Mütter/Väter suchen grundsätzlich die Schuld bei sich selber, obwohl sie alles gaben und geben. Arbeitszeit anpassen, sofern dies möglich ist, mehr für das Kind da sein und dies auch zeigen. Selbst wenn eine Mutter/Vater ständig hört „Alle Eltern machen Fehler, keiner ist fehlerfrei, doch Schuld darfst du dir nie geben, denn du tatest nichts unrechtes, sondern du hast nur versucht dein eigenes Kind vor noch mehr Schaden zu bewahren“.

Wer jedoch etwas ändern möchte und auch muss, weil es einfach an der Zeit ist, muss gemeinsam mit dem Kind durch den Spiegel sehen. Und man muss beide Seiten anhören und nicht nur um zu hören. Hat man viel Glück, geht das Kind in eine Schule, in der die Lehrer hellwach sind und ebenfalls auf Alarmsignale reagieren um gemeinsam mit den Eltern einen Weg zu finden. Reden ist das Zauberwort und das Wollen. Das Wollen muss jedoch von beiden Seiten angenommen werden bzw. bei intakter Familie von allen Seiten.

Gelingt dies aber nicht, weil sich plötzlich der andere Elternteil einmischt und dem Kind noch dazu zu verstehen gibt „Mama/Papa hat alles falsch gemacht. Sie darf dir keine Grenzen in der Art setzen, weil das ist nicht gut für dich“. Dann steht man als Elternteil, der das Kind viele viele Jahre durch alles gebracht hat, alleine da. Und wirklich alleine.

Es rief die Schule an, weil der BU Test ganz daneben gegangen ist und der Sohn diesen heute wiederholen hätte können. Doch davon erzählte er nichts zu Hause. Also rief die Lehrerin an, wobei  das Vormundhafte ging etwas am Nerv, jedoch man ist dankbar, dass sie etwas tut.

Dadurch hofft man auch, dass das Kind erkennt, dass er einen Wert hat. Das er zwar „kontrolliert“ wird, jedoch er bekommt Chancen, wie auch zu Hause. Gleichzeitig hat er gelernt, dass es nichts bringt etwas zu verheimlichen. Zu bemerken ist auch, es gab ohnedies einen Tag vorher in der Schule ein Gespräch mit dem Klassenvorstand um gemeinsam Wege und Lösungen zu finden. Es musste dem generellen Desinteresse, der Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Aufmüpfigkeit und tw. zorniges Verhalten gemeinsam entgegen getreten werden. Egal wie schwer es mitunter sein wird.

Nun wie sollte man sich wohl verhalten, dem Kind gegenüber. Klar war eines, es gibt kein laut werden. Bis dato war es nur sehr selten. Doch ab einem gewissen Zeitpunkt verging kein Tag mehr ohne Streit. Und das kannte weder die Mutter noch das Kind, da sie ein Team waren. Sie hatten ein vertrauensseliges Miteinander bis zu dem Zeitpunkt.Doch selbst wenn die Mutter laut wurde, sie entschuldigte sich und erklärte auch warum.
Es gab Tage, da war das Kind wie ausgewechselt. Es zeigte die Schulsachen her, es war interessiert. Doch dann plötzlich wieder alles anders. Null Bock - Lass mich in Ruhe - Na wir haben nichts auf.......Und ja der Freundeskreis, über den sich die Mutter schon schlau gemacht hatte, so gut sie konnte, nun der tat das Seinige bei.

Trotzdem war eines wichtig, der Sohn soll merken, dass er das Wichtigste ist, das eine 5 kein Weltuntergang bedeutet, dass man die vergangenen Misserfolge nicht vergessen kann, jedoch diese als „Es ist passiert, auf ein Neues“ repariert. Dass er Lehrer hat, denen er auf ihre Art wichtig ist. Er gat den Weg vor sich, dass jeder Mensch sein Päckchen tragen darf um daraus das Beste heraus zu holen, so wie alle heranwachsenden Kids. Er hat den weiten Weg vor sich, dass es wichtig ist zu reden und das ein „Stopp“ nicht gegen ihn ist, sondern nur für ihn.
 
Wobei man über das „Stopp“ gemeinsam diskutieren kann, wie vorher auch. Gemeinsam nochmals die Regeln durch gehen kann und natürlich auch eine Zeit nicht gleich wieder „lustig“ ist. Kommt Zeit, kommt auch wieder die Erweiterung, doch gleich die Leine wieder los lassen, ist wohl falsch. Oder doch nicht?

Es wurde auch angeboten, dass der Schulpsychologe mit ihm reden kann, denn oftmals erzählen sie einem Unbeteiligten weitaus mehr, als einem Elternteil. Das ist der nächste Schritt. Natürlich verletzt es ihn, wenn man ständig mit ihm schimpft. Doch ständig ist auch übertrieben. Es gab einfach keinen Tag mehr in den letzten 4 Wochen, an denen er nicht rebellierte, aufmüpfig war und unverlässlich.

Was soll man denn machen, wenn das Kind partout nicht gewillt ist wieder zu zeigen, es gibt ja doch die Schule und ich werde mich einfach bemühen. Er war nicht gewillt zu zeigen, dass er Interesse hat am Umfeld und nicht nur an seinen Freunden, die tw. virtuell sind. Sicher, hätte man nie erlaubt das Internet zu nutzen, wäre es vielleicht anders. Doch wäre es das wirklich? Hätte er es dann nicht heimlich gemacht? Hätte die Mutter das Internetkabel einfach mit in die Arbeit nehmen sollen oder verstecken? Was wäre dann geschehen?

Nach wie vor das ewige „Gleich, Dann, Später – nein es ist nichts zu tun. Nein wir haben keine Aufgaben“. Sicher wird man dann auch mal lauter, weil nach einer Stunde ist man am aufgeben. Doch soll man aufgeben? Soll man dem Kind zeigen, ok ich warnte dich, mach was du willst?
 
Es verletzt uns Erwachsene auch, wenn jemand mit uns schimpft oder laut ist. Doch wir Erwachsenen denken zum Teil darüber nach. Werden wir ungerechtfertigt getadelt, wehren wir uns, vielleicht. Werden wir zu Recht getadelt, dauert es zwar auch bis wir es eingestehen, aber wir tun es. Da trifft es das eigene Kind noch intensiver. Wir Eltern sind keine Heiligen und es ist die Welt auch für uns nicht immer hell und rosig, nur wie sollen Kinder dies verstehen. Für sie zählt doch das Vertrauen, welches sie in den Eltern haben. Die Zuneigung, welche sie für die Eltern hegen und der Glaube, dass die Eltern doch immer da sind, auch wenn Mist gebaut wird. Und dann kommt die große Enttäuschung. Plötzlich versteht die Mama nichts mehr, hört nicht mehr zu. Es kommt ihm so vor, weil es das nicht sehen kann oder auch will, weil es der Meinung ist „Ich muss frei sein und leben können. Und ich möchte dafür auch nichts tun müssen“.
 
Andererseits versteht das Kind nicht, wenn es einige Male gelogen hat oder gar etwas versucht hat zu verbergen, dass kein Vertrauen da sein kann. Wie auch? Bis jetzt war es so und nun nicht mehr…..Man lernt Kindern nicht wie es ist kein Vertrauen zu haben. Daher stehen wir Eltern wieder machtlos vor einer Mauer. Es ist auch hier ein Kreis mit einem Ausgang, den man gemeinsam finden kann und wird.

Man streitet täglich, macht unsinnige Vorwürfe und jeder verzieht sich in eine Ecke. Der Konflikt selber wird nicht gelöst. Dann beginnt man einige Änderungen zu machen. Früher daheim zu sein um ja Zeit zu haben. Manche Sachen einfach abgeben um nochmals Zeit zu gewinnen. Damit ist es jedoch noch immer nicht abgetan. In keinster Weise. Denn das Kind fordert noch immer heraus, testet noch immer wie weit kann es gehen. Beide Seiten gehören unbedingt dazu, wenn man ein harmonisches Miteinander wieder haben will. Der Wille  muss aber auch vom heranwachsenden Teenie auch da sein, eventuell, wenn es gar nicht alleine zu schaffen ist,  noch durch andere Familienmitglieder oder dem anderen Elternteil unterstützt werden.

Sonst hat es die Qual der Wahl und es wird sich dafür entscheiden, den einfachen Weg zu gehen. Mittlerweile hat der Sohn seine Sachen gepackt und ist der überzeugten Meinung „Ich bleibe beim Papa. Es tut mir zwar leid, aber hier geht es mir so viel besser. Ich bin glücklich. Ich darf weg gehen und jeden Tag dies und das und ach ja, es wird sogar mit mir gelernt“. Sicher es ist nun auch noch dazu ein Streit entfacht, für den das Kind nichts kann, aber auf dessen Rücken er ausgetragen wird. Der andere Elternteil hat sich zu Nutze gemacht, dass die bisherigen vielen Jahre alle falsch erzogen wurden. Der andere Elternteil hat sich zu Nutze gemacht, dass er bietet und bietet und kein einziges Mal erklärt hat, dass die Mama ja doch im Recht war. Die Mama ist böse. Die Mama ist nicht gut genug. Und das Kind lehnt jeglichen Kontakt ab. Es sei erwähnt, dass bis zu diesem Zeitpunkt immer unerklärlich war, wie Eltern wegen dem Kind streiten können. Es war auch immer unerklärlich, weshalb ein Teil den Anderen schlecht gemacht hat. Heute revidiert man diese Meinung, denn anscheinend gibt es tatsächlich die Gründe, die jemanden so sein lassen und sicherlich wird man in Zukunft mit Sätzen wie „Versteh doch mal den Anderen. Und nein, der Andere meint es sicher nur gut“ vermeiden. Jahrelang versuchte man vergeblich den anderen Elternteil überall mit einzubeziehen. Doch alles vergeblich. Weder Elternsprechtage noch Veranstaltungen waren zeitlich möglich.
 
Erst als das Kind versucht den einfachen Weg zu gehen, gelang es auch. Mit dem bitteren Nachgeschmack, wo geht es hin, wenn es auch dort nicht kann und darf was es will?

Dieser Erfahrungsbericht wurde der Webfamilie.at bereit gestellt mit der Erlaubnis der Veröffentlichung um jenen Eltern zu zeigen, die vielleicht in einer ähnlichen Situation waren oder sind, es passiert immer und überall.
 
Es ist nicht falsch, wenn man die Notbremse ziehen muss, wenn es vorher immer Stoppschilder gab und es nichts Neues ist für ein Kind. Die Hand zu reichen ist das Wichtigste, denn das Kind will nicht verletzen, es will auch nicht weh tun, es weiß einfach nicht, wie auch, dass man nicht unbedingt das Falsche tat. Und die Hand wird nicht angenommen, lange Zeit nicht. Das Kind lernt, man kann etwas ändern, doch man muss wollen. Und kann es das nicht sofort, weil es nicht die notwendige Unterstützung bekommt, dann niemals aufgeben. Es wird verstehen, es ist eine Frage der Zeit. Dazu bedarf es aber Dritten, wenn es die Eltern nicht schaffen. Wenn dazu kommt, das ein Elternteil die Situation für sich nutzt, so bedauerlich es ist dies zu sagen. Es bedarf Dritter die dem Kind erklären Erwachsene machen auch Fehler. Sie lernen wie das Kind, nur anders.

Die/der VerfasserIn wird die Webfamilie.at am Laufenden halten. Der Autor/die Autorin ist mittlerweile zu geeigneten, vor allem empfohlene Stellen gegangen, doch es bedarf seiner Zeit.

Wir wünschen für die kommende Zeit viel Kraft und vor allem Stärke.
 
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