Quelle: Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit (ÖGK)
Um die ÖsterreicherInnen mit wissenschaftlich fundierten Informationen zum Thema „Impfen" zu versorgen, startet das Österreichische Grüne Kreuz für Gesundheit (ÖGK) in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) die neue Aufklärungsoffensive „Impfen? Aber sicher!". Ziel der Aktion ist es, ein realistisches Bewusstsein für den immensen Nutzen und das minimale Risiko von Schutzimpfungen zu schaffen.
Neuer online Impfcheck
Ein neuer online Impfcheck hilft, rasch und unkompliziert den Impfstatus jedes Familienmitgliedes zu überprüfen und regt dazu an, mit der Ärztin/dem Arzt zu besprechen, welche Impfungen individuell erforderlich sind. Nach der Eingabe von Alter und Geschlecht auf http://www.impfcheck.at/ erscheint als Ergebnis eine Liste mit den gemäß dem Österreichischen Impfplan empfohlenen Impfungen.
Umfrage zeigt: ÖsterreicherInnen mangelt es an Impfbewusstsein
Eine repräsentative Umfrage des Market-Institutes[1] liefert neue Daten zum Impfverhalten in Österreich. Unbedingt notwendig sind in den Augen der ÖsterreicherInnen nur sehr gut bekannte Impfungen wie die Zecken-Schutzimpfung oder die Schutz-Impfungen gegen Tetanus und Masern. Je weniger bekannt und vertraut eine Impfung ist, desto weniger Sicherheitszuspruch erhält sie. Gefährlich: Mit Ausnahme der Zecken-Schutzimpfung werden viele Auffrischungs-Impfungen vernachlässigt. Nur ein Viertel der Österreicherinnen erneuert z.B. regelmäßig den Impfschutz gegen Kinderlähmung! Manche wichtigen Impfungen wie die Schutzimpfung gegen Keuchhusten sind sogar mehr als einem Viertel der ÖsterreicherInnen nicht bekannt.
Auch die Bedeutung von Schutzimpfungen gerade für ältere Menschen ist den meisten ÖsterreicherInnen nicht bewusst. Nur rund zwei Dritteln der ÖsterreicherInnen stimmen der Aussage zu, dass es spezielle Impfempfehlungen für ältere Menschen gibt.
Die Umfrage zeigt: Aufklärung und Bewusstseinsbildung zum Thema Impfen sind dringend notwendig.
Drei Viertel der ÖsterreicherInnen fordern: Gratis Impfungen für alle!
Trotz mangelnden Wissens zu einzelnen Impfungen halten 89% der ÖsterreicherInnen Impfungen generell für eine gute Vorsorgemaßnahme im Kampf gegen Infektionskrankheiten. 75% fordern daher, dass die Gesundheitsbehörden die Impfstoffe für alle finanzieren und kostenlos anbieten sollen, wie es derzeit bereits für Kinder bis zum 15. Lebensjahr im Rahmen des Österreichischen Impfplanes bei einigen Impfungen der Fall ist.
„Man muss sich nicht vor den Impfungen, sondern vor den Krankheiten fürchten"
Einige wenige ideologisch motivierte ImpfgegnerInnen finden immer wieder Anlass für medizinisch falsche Argumentationen, die das Vertrauen in Impfungen erschüttern und Angst machen, jedoch jeder medizinischen Grundlage entbehren.
„Heute haben manche Menschen mehr Angst vor einer Impfung als vor der Krankheit, gegen die geimpft wird. Aber: Man muss sich nicht vor den Impfungen, sondern vor den Krankheiten fürchten!", betont Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz, Präsident des ÖGK und Vorsitzender des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates. Die Gefährlichkeit früher weit verbreiteter Infektionskrankheiten wie z.B. Kinderlähmung ist dank erfolgreicher Impfprogramme aus dem Bewusstsein vieler ÖsterreicherInnen verschwunden. Stattdessen überwiegt heute oft die irrationale, in keinster Weise der Realität entsprechende, Angst vor Impfnebenwirkungen.
Es gibt kein Pro und Contra Impfen, sondern nur wissenschaftliche Fakten gegen Meinungen
„Es gibt keine Impf-Gegner und Impf-Befürworter, sondern nur wissenschaftliche Fakten im Gegensatz zu Meinungen. Ärztinnen und Ärzte, die gegen Impfungen auftreten, verstoßen gegen die Prinzipien der evidenzbasierten (beweisgestützten) Medizin und die ärztliche Sorgfaltspflicht gemäß Ärztegesetz. Das ist gefährlich, denn dadurch geraten wichtige Vorsorgemaßnahmen wie Schutzimpfungen bei der Bevölkerung zu Unrecht in Misskredit", erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Vorstand des Institutes für Sozialmedizin der Medizinischen Universität, Wien.
Impfstoffe unterliegen vor und nach ihrer Zulassung strengsten Kontrollen
Lediglich 64% der ÖsterreicherInnen glauben, dass die Verantwortlichen einen Impfstoff vom Markt nehmen würden, wenn er sich als gefährlich erweisen sollte! 22% fürchten sich ausdrücklich vor den Inhaltsstoffen der Impfungen! Tatsache ist aber: Moderne Impfstoffe unterliegen vor und nach ihrer Zulassung strengsten Kontrollen hinsichtlich ihrer Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit. Alle Inhaltsstoffe von Impfungen werden vor der Zulassung sorgfältig überprüft.
Schutzimpfungen können schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindern
„In den Jahren 1990 bis 2007 wurden in Österreich durch die Masern-Schutzimpfung mindestens 130 Todesfälle sowie 360 Fälle von akuter Masern-Enzephalitis (Gehirnentzündung) verhindert, die bei rund einem Drittel der Betroffenen bleibende Schäden verursacht. Dem gegenüber stehen 0 anerkannte Dauerschäden durch die Impfung", rechnet Univ.-Prof. Dr. Werner Zenz (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz) vor. In Österreich liegt die Durchimpfungsrate gegen Masern bei ca. 90%. Wären 95% der Bevölkerung geimpft, gäbe es in Österreich keine Masern mehr.
ÖsterreicherInnen wissen: Impfen ist mehr als eine Einzelentscheidung
73% der ÖsterreicherInnen ist bewusst, dass ungeimpfte Menschen nicht nur selbst ein Erkrankungsrisiko tragen, sondern auch andere Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, gefährden. Die Masern-Epidemie im Frühling 2008 scheint auf die meisten ÖsterreicherInnen einen starken Eindruck gemacht zu haben: 71% finden, dass es für alle Kinder eine Impfpflicht gegen gefährliche Krankheiten, die eine Epidemie auslösen können, wie z.B. Masern, geben sollte. Bereits mehr als die Hälfte (56%) sind dafür, dass Eltern zur Verantwortung gezogen werden sollen, wenn sie ihre Kinder nicht impfen lassen und diese anschließend erkranken oder andere anstecken.
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Haben Sie Interesse an den Statements von Univ.Prof.Dr.Michael Kunze - Vorstand des Institutes für Sozialmedizin der Med.Univ.Wien und/oder von DDr.Wolfgang Maurer Univ.Klinik für Kinder und Jugendheilkunde Wien, so schreiben Sie uns ein kurzes Mail an info(at)webfamilie.at und gerne übersenden wir Ihnen die PDF-Dateien.
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