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Emil Leander ,..märzkindchen---1.3.08


Home arrow Gefühle arrow Gefühle arrow Ich muss Dir etwas zeigen....
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Geschrieben von Maria Kerstner   
Wer kennt das nicht „Mamaaaaaaaaa „Papaaaaaaaaa" ich muss dir etwas zeigen. Schnell komm her".friederike_grill
Und dieser Satz kommt ab dem Zeitpunkt, an dem das Kind reden kann. Vorher hört man nur „Mamaaaaaaaaaaaa - Papaaaaaaaaaaaaa".
Wie verhalten wir uns? Ich erzähle es aus dem Alltag. Kaum sitze ich und habe 5 Minuten für mich passiert genau das. Mein Sohn möchte etwas. Just in diesem Augenblick. Nicht vorher und auch nicht nachher.

Kaum telefoniere ich, ist es unbedingt wichtig, dass mein Sohn mir etwas erzählen muss. Er erzählt es mir nicht, wenn ich nicht telefoniere, aber auch nicht danach. Er MUSS ES GENAU JETZT ERZÄHLEN.
Geht es nur mir so? Nein, allen Eltern geht es so. Und es hat absolut nichts mit Unerzogenheit zu tun. Das Kind muss und wird lernen, es gibt Zeiten, da kann man und möchte man kurz für sich die Zeit haben.

michael5Hier gilt aber eines. Das Kind hat Vorrang und man sollte für sich selber heraus finden, ob es jetzt gerade jemanden braucht, weil ungemein wichtiges passiert ist oder ob es einfach nur im Mittelpunkt stehen möchte - Beispiel Telefonat oder wenn man Besuch hat oder jemanden auf der Strasse trifft und noch tratscht.
Wenn ich jedoch daheim etwas arbeite und mein Sohn ist ohnedies mit sich selber befasst oder mit Freunden unterwegs und möchte mir, wenn er nach Hause kommt oder gerade etwas ganz tolles gemalt, gebastelt oder gebaut hat, zeigen, dann muss ich mir die Zeit nehmen. Denn dann ist es wichtig.

Hört ein Kind ständig „Ja ich komme gleich. Gleich habe ich Zeit, warte noch", jedoch man versucht gleichzeitig das Kind auch abzulenken mit „Ach, spiel doch noch ein bisschen oder bau doch noch etwas anderes", dann erreicht man nur, das Kind vergisst zwar für einen kurzen Augenblick, jedoch es vergisst nicht ganz.

Wenn es dann wieder hört „Gleich, kurz noch. Warte noch" wird es irgendwann resignieren. Es wird noch oft versuchen uns dazu bewegen zu können uns die Zeit zu nehmen, doch je öfter wir es hin halten oder noch anders ablenken wollen, wird es eines Tages nicht mehr um Zeit fragen.

Wieso ich das schreibe? Weil ich es erlebt habe und wieder gut machen konnte. Oft genug habe ich gesagt „Ja ich komme gleich. Kurz noch" und irgendwann fragte er nicht mehr und ich musste Michael fragen was er denn da tolles gebaut hat oder gemalt oder was auch immer.

Heute weiß ich, irgendwann hörte er auf zu fragen, weil er sah, ich nehme mir die Zeit nicht, dabei wäre es nur um ein paar Minuten gegangen. Diesen Fehler mache ich heute nicht mehr. Wenn er etwas gebaut oder gebastelt hat, wenn er von seinen Freunden zurück kommt, dann nehme ich mir die Zeit, denn nichts absolut nichts kann so wichtig sein, als das Interesse am Kind.

Michael hat auch gelernt, wenn ich telefoniere oder mit jemanden auf der Strasse rede oder wir Besuch haben, dass er dann nicht im Mittelpunkt stehen wird. Das auch ich Freunde/Bekannte habe, so wie er.
Wir spielten dann einmal diese Situation durch. Ich störte ihn beim Telefonieren, platzte dauernd in sein Zimmer, als er Besuch hatte und dann kam dieser Satz von Michael „Mama, ich möchte jetzt telefonieren. Mama ich möchte jetzt in Ruhe mit meinem Freund spielen" Er lernte so auf eine Weise, in der er begriffen hat, mir geht es dann genau so. Obwohl wir das Spiel von Zeit zu Zeit wiederholen.

Wir, die Eltern, müssen heraus finden wann was wichtig ist und genau danach sollten wir reagieren. Einen Brief kann man danach beenden. Manches ist wichtig und muss gleich erledigt werden und wenn man dem Kind sagt „Maus,Hase,Schatz (welchen Kosenamen Sie auch haben für Ihren Liebling), ich mache das noch fertig und dann bin ich sofort für Dich da" und dies aber auch tatsächlich einhält, dann können Sie sicher sein, das Kind lernt verstehen. Manchmal ist etwas anderes noch fertig zu machen, aber dann hat man wirklich Zeit.

Zeit ist das Kostbarste mitunter, das wir unseren Kindern geben können. Nichts kann Zeit aufwiegen. Keine materiellen Güter oder Werte. Denn es ist die Zeit, die unseren Kindern lehrt Vertrauen zu haben und zu gewinnen. Zu wissen, man ist für sie da.

Und doch braucht man nicht das schlechte Gewissen haben, wenn es einmal nicht gleich und sofort sein kann, wenn das Kind gelernt hat, es geht nur um ein paar Minuten, die es Hie und Da warten soll.
 
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