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Emil Leander ,..märzkindchen---1.3.08


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Geschrieben von Maria Kerstner   

...gips310108(ach ja, Kinder sind intelligent und wenn man manchmal unter der Woche in die diversen Chats sieht, dann sieht man genug Kids, die sich damit rühmen in der Schule zu chatten, weil lernen ist ja soooooooo doof). Und selbst Internetcafes erfreuen sich des jungen Publikums. 
Wir, die Eltern, können es nicht verhindern. Verbieten wir es, müssen wir damit rechnen überhaupt nicht zu wissen was unser Kind macht. Erlauben wir es, so haben wir oftmals keine Ahnung was das überhaupt ist. Wie auch? Die meisten Eltern haben gar keine Zeit sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Die jüngeren Eltern wissen was es ist und wie es funktioniert, haben aber selber nicht wirklich die Gefahren durch blickt.

Im Internet - gerade in den Chats - verbergen sich mehr Gefahren, als uns lieb ist. Teilweise schieben wir auch diese Gedanken ab, denn was soll schon passieren.

Als Mutter eines 11jährigen, der nun mit dem Chatten begonnen hat, weil seine Freunde ihn darauf aufmerksam gemacht haben, weil es billiger ist als telefonieren und weil es anscheinend ganz egal ist, ob man sich vor 10 Minuten ohnedies noch gesehen hat. Gut ok, dies muss und brauche ich nicht verstehen. Sie haben eben einander viel zu erzählen und da kann es schon vor kommen, man vergisst das Wichtigste in 3 Stunden.

Den Chat hat mir mein Sohn genant. Wir sahen ihn uns gemeinsam an.Zugegeben, da ich selber, als Michael noch klein war und ich so absolut keine Möglichkeit hatte einmal weg zu gehen oder Menschen zu treffen, verbrachte ich viele Abende in den diversen Chats. Heute weiß ich wozu es gut war, auch wenn viele unnötige Stunden darin verbracht wurden.
Doch ich lernte die Gefahren kennen, die ich als sogenannte Erwachsene abschätzen kann, jedoch niemals ein Kind. Und auch keine Jugendlichen.

Also registrierte ich meinen Sohn und sämtliche Daten für Email und diesen Account kenne ich. Sicher kann er eines Tages auf die glorreiche Idee kommen all dies zu ändern. Das ist überhaupt kein Thema, davor bin ich nicht gefeit. Doch ich denke, durch das Vertrauen, welches ich in mein Kind setze und das er auch spürt und durch das Vertrauen mir gegenüber, wird die Chance relativ gering sein, das ich ihn aus den Augen verlieren werde. Garantie gibt es nicht.

Zuallererst jedoch erklärte ich ihm ganz direkt und ohne viel herum reden, welche Gefahren sich verbergen. Nicht nur, das sich sogenannte „Erwachsene" als Kind ausgeben und so Telefonnummer und Adresse doch ziemlich häufig bekommen und gar Treffen, weil Kinder sind naiv, sie sind gutgläubig. Kinder wissen doch nicht, wie böse die Welt auch sein kann. Wir erziehen sie ja nicht von Haus aus mit Erklärungen wie „Trau keinem. Sprich mit niemanden". Auf die Idee kommen wir doch überhaupt nicht, wenn sie so kleine Zwerglein sind und die Welt erkunden.

Michael tat sich schwer mit dem Verstehen, weil er mir natürlich sagte „Aber Mutti schau doch. Da steht im Profil das sie auch 11 ist. Und schau sie erzählt mir ja, das sie noch in die Schule geht. Du Mutti darf ich mich mit ihr treffen? Sie sagt sie geht mit ihrem Vater was trinken und da könnte ich mich ja mit ihr in Floridsdorf treffen."

Soviel zum Vertrauen mir gegenüber. Also erklärte ich ihm folgendes „Michael, in diesen Chats, egal ob in diesem oder jenen. Teilweise werden sie überwacht und überprüft, aber niemand kann überall sein und niemand kann jeden dort überwachen oder überprüfen. Sicher, manche Chats, in denen viele Kinder und Jugendliche sind, haben sogar eigene Prüfzertifikate, schützen aber niemals vor den "Dödln" dieser Welt.

Kein Elternteil erlaubt, sofern die Eltern wissen, dass Kinder chatten, ein Treffen alleine mit fremden Menschen  und niemand garantiert ob dies wirklich das Mädchen/der Junge ist. Wenn das Kind unbedingt ein Treffen möchte, dann unter folgenden Voraussetzungen. Ich, als Elternteil, bekomme die Telefonnummer der Eltern des Mädchens/Burschen und ein Treffen ist nur möglich, wenn das Elternteil dabei bin."

Gesagt getan. Paar Minuten später wollte er mir die Telefonnummer von ihr geben, die ich nicht möchte und will. Denn ich möchte mit den Eltern sprechen. Auch schon deswegen, weil ich nicht sicher sein kann, dass sie wissen was ihre Tochter/Sohn macht.
Bekommen habe ich diese nie, das Mädchen ist auch nur ganz selten noch im Chat und irgendwie will sie auch kein Treffen mehr. Selber habe ich mit ihr auch geschrieben, weil es mich interessierte, wer dahinter steckt. Doch man kommt nicht dahinter. Einzige was ich traurigerweise fest stellen musste, Kinder im Chat können absolut kaum noch ein Wort richtiges Deutsch schreiben. Ich rede nicht vom perfekten Rechtschreiben oder Grammatik, ich rede davon, dass sie nicht fähig sind Sätze zu schreiben, die man verstehen kann.

Michael fing auch so an, jedoch da wurde ich sofort mürrisch. Jetzt bemüht er sich, weil er einfach weiß, ich mache Stichproben. Ich lese zwar nicht mit und sitze auch nicht mit Argusaugen daneben, aber ich sehe immer wieder mal vorbei um zu sehen was so geschrieben wird.
Ebenso weiß er das er weder eine Telefonnummer her zu geben hat, noch die Adresse. Als ich dahinter kam, das er sehr wohl seine Telefonnummer her gab, eben diesem Mädchen, wurde ich wieder etwas mürrisch. Und wieder erklärte ich ihm die Gefahren.

An jenem Abend durchsuchten wir gemeinsam das Google nach Artikeln und Berichten. Und wir fanden natürlich welche. Michael war erschüttert. Sicher die heile Welt fällt plötzlich zusammen, plötzlich sieht das Kind, die Eltern erzählen nicht nur irgendwas, sondern es hat einfach tatsächlich Hintergründe.

Verbieten kann man es nicht, man kann es zu lassen, jedoch gemeinsam  und mit Zeitbeschränkungen. Kein Kind muss in einem Monat zig Stunden im Internet verbringen, genauer genommen in Chats. Es ist schade um die wertvolle Zeit. Man kann gemeinsam Regeln aufstellen, so dass dieses Kind versteht, es wird mir vertraut, aber ich muss dafür auch etwas machen. Auch wenn es zu Reibereien kommen wird, auch wenn es zu Diskussionen kommen wird, das man doch eh nur noch 5 Minuten. Und „Bitte-bitte".

Es ist uns Eltern überlassen wie wir damit umgehen, was wir erlauben möchten und können. Es kommt auf das Kind an, wie es von der Entwicklung her ist. Wie verspielt oder doch schon etwas weiter.
Wichtig ist eines, gemeinsam die Voraussetzungen klären, gemeinsam den richtigen Chat finden (mittlerweile bin ich der Ansicht es ist der Chat bei dem man weiß, das die Freunde, die man kennt vom Kind, ebenfalls dort zu finden sind. Es sind somit die Gefahren selber nicht gebahnt, aber man kann ein wenig mehr Überblick wahren, weil man meistens die Eltern der Kids auch kennt).

Gemeinsam die Seiten kennen lernen, in denen es wichtige Punkte gibt. Die Webfamilie hat Ihnen diese als Link bereit gestellt. Stöbern sie gemeinsam, achten Sie immer wieder darauf wie lange das Kind im Internet verbringt. Achten Sie auch darauf, was es mit wem schreibt.
Ja, es wäre schön, könnte man sich verlassen, das in Kinderchats, auch wirklich nur Kinder sind, aber man kann es nicht. Es ist eine weitere Erfahrung in unserem modernen Zeitalter, die natürlich gemacht werden kann, wenn das Interesse da ist. Doch wie mit allem im Leben heißt es. Alles mit Verstand.

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