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"Wie war´s heute in der Schule?" - (Kindergarten, Hort)
„gut", „fad", "Eh nix", „normal" „Eh wie immer"
Bekommen auch Sie so „ausführliche" Antworten von Ihrem Kind?
Ihr Kind verbringt einen Teil des Tages außer Haus, in der Schule, im Hort, im Kindergarten und Sie erfahren eigentlich nicht viel darüber wie es ihm/ihr dort geht? Erfahren Sie oft erst nach Tagen oder Wochen, dass es eine Situation gab, mit der Ihr Kind nicht gut zu recht kam, die Ihr Kind sehr wohl belastet hat?
War Ihr Kind in dieser Zeit vielleicht anders und hat Ihnen aber trotz Fragen nichts erzählt? Denken Sie sich dann, wieso erfahr ich das erst jetzt!
Eine Auseinandersetzung mit dem Lehrer/Lehrerin, oder eine Konflikt - ein Streich unter den Kindern, Ihr Kind fühlt sich vom Lehrer/in benachteiligt - ungerecht behandelt.
Ich möchte gern mich in den nächsten Zeilen ein wenig damit befassen, was Eltern tun können, um ein wenig mehr von Ihren Kindern zu erfahren. Denn ich weiß, dass das für Eltern oft nur schwer auszuhalten ist, wenn man spürt, dass dem eigenen Kind etwas „plagt" und obwohl sie ein gutes Verhältnis haben, rückt es nicht mit der Sprache raus!
Dazu möchte ich sagen, lassen Sie es zu, auch wenn es noch so schwer ist, dass Ihr Kind selbst den Zeitpunkt wählt, wann es Ihnen etwas erzählt.
Kinder brauchen Ruhe und Ungestörtheit um über etwas sprechen zu können.
Dazu ist in unserem vollgepackten Alltag nur sehr wenig Platz und oftmals auch gar keiner.
Daher achten Sie darauf, dass Ihr Kind mögliche „Gesprächszeiten" kennt in denen kein Handy läutet und es auch sonst keinerlei Ablenkungen von seiner Person gibt. Das sollte wirklich eine Zeit sein, in der Sie nur für Ihr Kind da sein können. Oftmals genügen dafür wenige Minuten.
Kinder wählen oft von sich aus Autofahrten als den „Raum" für wichtige Gespräche, denn da können Eltern von niemandem abgelenkt werden.
Eine Freundin erzählte mir, dass Ihre Tochter ihr immer alles beim gemeinsamen „Gassi gehen" mit dem Hund erzählte, das war für sie der „Gesprächsraum".
Finden Sie Ihre Möglichkeiten in Ihrem Alltag für ungestörte Minuten um informative Gespräche führen zu können.
Ein ganz wichtiges Thema, bewusste Gesprächszeiten zu haben in denen sich Kinder sicher sein können, dass Eltern ihnen jetzt ungestört zuhören können.
Genauso wichtig ist dann noch der „richtige" Anfang für ein Gespräch in dem sich Ihr Kind wohl fühlen kann und sich mit all seinen Sorgen oder auch Freuden fallen lassen kann.
Kinder wollen es nicht wenn man so ein wenig in sie hinein bohrt um doch endlich etwas zu erfahren. Das führt meistens nur dazu, dass sie sich noch mehr in ihr Schneckenhaus zurück ziehen.
Oftmals fällt es ihnen leichter etwas von sich zu erzählen, wenn dies in einer gemeinsamen Plauderei stattfindet.
Lassen Sie Ihr Kind an Ihrem Alltag teilhaben, erzählen Sie etwas von Ihren Erlebnissen.
Wenn Sie, als Beispiel, erzählen „Heute in der Früh hab ich mich total gefreut, der Bus war schon in der Station und ich bin hingelaufen und der Busfahrer hat wirklich gewartet bis ich da war und hat mich einsteigen lassen." ..... dann kann es sein, dass Ihnen Ihr Kind darauf antwortet: „So was nettes ist mir heute nicht passiert! Stell dir vor die Sara hat schon wieder mir meinen Stift weggenommen" oder „ Ja ich hab mich heute auch ur gefreut, der Leo hat mit mir die eine Ur super Karte getauscht".
Lassen Sie Ihr Kind ein wenig an Ihrem Leben, auch an Ihren Gefühlen, teil haben (in kindgerechter Form, Kinder sollen - müssen - und dürfen trotzdem nicht alles wissen, manches ist und bleibt die Angelegenheit der Erwachsenen) und Ihr Kind wird auch Sie ein wenig mehr an seinem Leben teilhaben lassen.
Jetzt hab ich schon recht viel geschrieben, möchte aber unbedingt noch zwei Kleinigkeiten zu diesem Thema dazu sagen.
Dauer ernsthafter - schwieriger Gespräche: Beachten Sie je schwieriger das Gespräch für Ihr Kind ist, umso kürzer ist die Zeit die sich Ihr Kind diesem Gespräch widmen kann.
Selbst bei Volksschulkinder kann es noch sein, dass sie sich dem Gespräch nicht länger wie 10 Minuten widmen können.
Lassen Sie es zu und beenden Sie dann das Gespräch, es findet sich mit Sicherheit zu einem späteren Zeitpunkt wieder die Möglichkeit es fortzuführen.
Lustige Plaudereien können durchaus auch wesentlich länger dauern.
Kind kann beim Gespräch nicht wirklich ruhig sitzen
Ja, Gespräche die schwierig sind, die an eine belastende Situation erinnern erzeugen im Körper der Kinder Anspannung. Es gibt Kinder die versuchen diese Anspannung ein wenig abzubauen in dem sie schon während des Gespräches ihren Körper oder auch nur Teile ihres Körpers immer wieder bewegen ( unruhige Füße......, schaukeln mit dem Sesseln.....) Andere wiederum sind während des Gespräches sehr ruhig und brauchen dafür ganz viel Körperkontakt von den Eltern, die wollen gestreichelt und berührt werden.
Vor allem aber kann es sein, dass Kinder nach schwierigen Gesprächen Bewegung brauchen um die Anspannung wieder abbauen zu können.
Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen mit meinen Zeilen ein wenig was sagen konnte, was es Kindern manchmal so schwer macht „drüber zu reden" und wie Sie dem begegnen können.
Ihre Michaela Sauer
Webseite: Elternberatung
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