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Emil Leander ,..märzkindchen---1.3.08


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Geschrieben von Dr.med.Peter Voitl   

Impfstoffe
Dazu gibt es 2 verschiedene Impfstoffe:
GlaxoSmithKline entwickelte den zweifach Impfstoff Cervarix(r) gegen HPV 16 und 18
Merck und Co. Inc. entwickelte Gardasil(r), einen vierfach Impfstoff gegen HPV 16/18/6/11.

Beide Impfstoffe enthalten papillomavirus-like particles (VLP), leere Hüllen von viralen Strukturproteinen.

Der Impfstoff Gardasil(r) ist in Österreich bereits zugelassen worden, Cervarix(r) wird voraussichtlich 2008 auf den Markt kommen.


Gardasil wird Personen im Alter ab neun Jahren in drei Einzeldosen verabreicht, wobei zwischen der ersten und der zweiten Dosis zwei Monate und zwischen der zweiten und dritten Dosis zumindest vier Monate Wartezeit empfohlen sind. Alle Dosen sind innerhalb eines Jahres zu verabreichen. Der Impfstoff wird intramuskulär verabreicht, vorzugsweise in den Oberarm oder Oberschenkel. Eine Teilimpfung kostet in der Apotheke ca. 200 €; im Rahmen einer Aktion im Frühjahr 155 Euro (+ üblicherweise 10 Euro Impfhonorar); in unserer Ordination bieten wir Impfen inkl. Impfstoff um 150 € an.

Impfzeitpunkt
Der Impfstoff ist für Neun- bis 15-jährige Jugendliche und für 16- bis 26-jährige Frauen zugelassen.
Eine optimale Immunisierung wird durch Impfung von jungen Mädchen erzielt, vor dem ersten Sexualkontakt zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr. Für Frauen über 26 fehlen noch Ergebnisse zur Wirksamkeit bei der Vierfachimpfung. Bei Männern ist der Impfschutz noch nicht erwiesen, wenn auch wahrscheinlich; für 9-15 jährige Burschen ist der Impfstoff zugelassen.

Wirkungsweise
Die Impfviren sind den echten Viren sehr ähnlich, enthalten allerdings keine virale DNA und sind daher nicht pathogen (DiMaio, 2006) aber extrem immunogen (Stanley, 2006).

Bei natürlichen HPV Infektionen sind die Antikörperkonzentrationen niedrig aufgrund der Abwesenheit von Viren im Blut, gleichzeitig lastet daher aber auch kein evolutionärer Druck auf dem Virus um der Antikörperantwort zu entkommen.

Im Gegensatz zu natürlichen Infektionen werden die Impfviren intramuskulär verabreicht, wodurch eine ausgeprägte Abwehreaktion und somit ein effektiver Schutz entsteht; auf diesem Mechanismus beruht der Schutz durch die Impfung.

Sicherheit
Die Impfung wurde generell gut vertragen.
In der "proof of principle"-Studie von Koutsky et al. 2002 wie auch in Daten von über 20.000 Probandinnen aus dem November 2005 wurde die Sicherheit der Impfung demonstriert. Die Impfung wurde übereinstimmend ohne Auftreten von impfstoffassoziierten schwerwiegenden Ereignissen gut toleriert.

Die in Studien am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Fieber und Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schmerzen, Schwellung).

Wirksamkeit
Die Effektivität bezüglich Feigwarzen und beginnenden Neoplasien war bei 5455 Probandinnen 100%. (40 Fälle im Plazeboarm; Harper et al, 2005). Die Ergebnisse zusammengenommen zeigten, dass bei Frauen, die noch nie zuvor eine HPV-Infektion der Typen 6, 11, 16 und 18 hatten und die vollständige Impfreihe erhielten, keine der insgesamt 8.487 Frauen hochgradige Veränderung des Gebärmutterhalses entwickelte. Der Impfschutz trat bereits während der Impfperiode auf (Villa, 2005).

Die Wirksamkeit wurde an erwachsenen Frauen im Alter von 16 bis 26 Jahren und seine Immunogenität (d. h. die Fähigkeit des Impfstoff, eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen diese Viren zu bewirken) bei Kindern und Jugendlichen von 9 bis 15 Jahren untersucht.

Die Wirksamkeit bei Männern ist noch nicht gesichert.

Über die Dauer des Schutzes und ob eventuell eine spätere Auffrischung notwendig ist liegen noch keine genauen Daten vor.

Die Impfung eignet sich nicht zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs oder dessen Vorstufen. Trotz des Impfschutzes wird der Krebsabstrich weiterhin absolut notwendig sein, da die Impfung nicht vor allen HP-Viren schützt.

Zusammenfassung
Durch den besonders hohen Schutz von 94-100% in Kombination mit regelmäßigen Sreening Untersuchungen sollte eine deutliche Eindämmung des Zervixkarzinoms zu erhoffen sein. Eine Impfung von jungen Burschen und Männern würde sie als Träger des Virus ausschließen.

"In Ländern mit derzeit noch nicht entwickelten Sreening Programm bzw. dort, wo die Implementierung zu schwierig ist, hat der Impftstoff das Potential, die Zahl der durch Zervixkarzinom verursachten Todesfälle sowie die Morbidität um bis zu 70% zu reduzieren." (http://www.krebshilfe.net/).

"Erstmals wird es durch eine Impfung gelingen, eine Karzinomentwicklung zu verhindern. Dies stellt eine Revolution dar, weil bisher in der Onkologie die Strategie in "Früherkennen", "Herausschneiden", "Zerstören" und bestenfalls "Verhindern durch Erkennen der Vorstufe" bestand. Jetzt liegt es an der medizinischen Gemeinde, diesen Fortschritt durch gute Vorbereitung und entsprechende Logistik flächendeckend zum Einsatz zu bringen."(Univ.-Prof. Dr. Peter Husslein)

Weiterführende Links: http://www.krebshilfe.net/
(c) cand. med. Jasmin Voitl und Dr. Peter Voitl
Webseite: Kinderarzt.at
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