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Geschrieben von Susanne Sonnleithner   

Die wichtigsten Grundbegriffe zur Ernährung
nach der Traditionellen Chinesischen Medizin

Vor- und Nachgeburtliche Essenz - oder warum wir altern
Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet zwischen vorgeburtlicher und nachgeburtlicher Essenz. Die vorgeburtliche Essenz wird jedem Menschen von seinen Eltern bei der Geburt mitgegeben und ist in den Nieren gespeichert. Die spezifische vorgeburtliche Essenz macht jeden Menschen einzigartig. Sie bestimmt den grundlegenden konstitutionellen Aufbau eines Menschen, seine Stärke und Vitalität.

Die vorgeburtliche Essenz erschöpft sich u.a. durch schlechte (abkühlende) Ernährung, Stress, Rauchen, Schlafmangel oder durch übermäßigen Genuss von Kaffee oder schwarzem Tee. Die vorgeburtliche Essenz ist nicht auffüllbar, je mehr wir davon verbrauchen umso schneller altern wir. Diesem Prozess können wir entgegenwirken, indem wir in ausreichender Menge nachgeburtliche Essenz aufnehmen, denn wenn unser nachgeburtlicher Essenzhaushalt ausgeglichen ist, verbrauchen wir weniger vorgeburtliche Essenz und können uns somit unsere Stärke und Vitalität länger erhalten. Eine Ernährung nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin unterstützt diesen Vorgang, da die nachgeburtliche Essenz größtenteils über die Nahrung, aber auch über die Atmung aus der Luft aufgenommen wird.
Aus der nachgeburtlichen Essenz werden auch Qi und Blut gebildet.

Qi
„Alles ist Qi und Qi ist alles, denn Leben ist Energie, Schwingungsenergie. Materie, die nicht schwingt ist tot." Qi ist einer der grundlegendsten Begriffe in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Qi bedeutet Lebensenergie. Die Lebensenergie durchströmt unseren Körper. Kommt es zu Störungen in diesem Energiefluss, fühlen wir uns unwohl und werden krank.

Das Qi erfüllt viele lebenswichtige Funktionen in unserem Körper. Es ist die Quelle aller Bewegung im Körper. (Gehen, Atmen, Herzschlag, Sprechen, Essen, Denken...). Es wandelt die Nahrung in Blut, Urin, Energie usw. Es wärmt den Körper und hält die Organe an ihrem Platz. Als Abwehr Qi (Wei Qi) schütz es den Körper  vor eindringenden pathogenen Faktoren.

Die Vorstellung einer Energie oder Universalkraft, die allem Leben zugrunde liegt, findet sich nicht nur in der chinesischen Tradition, sondern in den meisten alten Kulturen. So wie in China wurden auch in Indien schon vor 3000 bis 4000 Jahren Methoden angewendet, die zur Steigerung der Lebensenergie führen sollten, um Krankheiten vorzubeugen oder zu heilen. Auch europäische Ärzte wie z.B. Paracelsus (1493 -1541) legten ihren wissenschaftlichen Arbeiten diese Vorstellung einer universellen Lebensenergie zu Grunde. In der westlichen Schulmedizin wurde dieser Gedanke allerdings durch die zunehmende Bevorzugung des chemisch und physikalisch Messbaren verdrängt.

Das Blut
Blut und Qi unterhalten eine enge Wechselbeziehung. Beide, Blut und Qi, kreisen in den Blutgefäßen und Meridianen des Körpers, um das Körpergewebe zu nähren und spannkräftig zu halten. Das Blut wird mit Hilfe des Herzens aus der Nahrung gebildet.  Die Qualität des Blutes entscheidet darüber, wie viele Nährstoffe in unserem Körper zirkulieren. Das Blut versorgt unsere Muskeln und Organe, unser Gehirn, kurz unseren gesamten Organismus mit Nahrung. Seine Qualität hängt sowohl von der Qualität unserer Nahrung wie auch von unserer Fähigkeit ab, die Nährstoffe aus dieser Nahrung aufzunehmen.

Blut ist nicht nur Nahrungsspender für alle Körperaktivitäten, sondern nach chinesischer Auffassung auch der Sitz des Geistes (SHEN) und somit der physische Urgrund unseres Bewusstseins. Es verankert unsere Gedanken und Gefühle im Körper. Mit seiner Qualität hält es Körper und Geist zusammen.

Der Geist SHEN
Er steht über allen Emotionen.  Der Geist Shen ist das Grundmerkmal, das den Menschen vom Tier unterscheidet. Er herrscht über die Lebensfunktionen und gehört neben Qi und der Essenz zu den drei Schätzen des Menschen.
Susanne Sonnleithner
Dipl.Ernährungsberaterin nach TCM
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