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Geschrieben von Susanne Sonnleithner   

Folgende Qualitative Eigenschaften eines Nahrungsmittels sind in der Traditionellen Chinesischen Medizin von Bedeutung:

Geschmack:
Der Geschmack gibt Auskunft über die Aspekte seiner Wirkungsweise. Die fünf Grundgeschmacksrichtungen sind: süß, scharf, salzig, sauer und bitter. Der süße Geschmack nährt und befeuchtet, der scharfe regt an, der salzige erweicht und vertieft und der sauere wirkt zusammenziehend, kühlend. Jeder Geschmack hat eine Affinität zu einem bestimmten Organ. Ein chronisches Verlangen nach einem bestimmten Geschmack ist ein Hinweis auf eine Störung im jeweiligen Organsystem.

Organbezug:
Der Organbezug gibt darüber Auskunft, bei welchem Organ ein Nahrungsmittel besonderen Wiederhall findet. Lauch  wärmt beispielsweise besonders den Lendenwirbelbereich.

Temperaturverhalten:
Die thermische Qualität eines Nahrungsmittels übt einen allgemeinen Effekt auf den Organismus aus. Ein Nahrungsmittel kann wärmend oder kühlend wirken. Durch den Geschmack und über den Bezug zum Wandlungselement wird der Einfluss auf das entsprechende Organ spezifiziert.

Heiß: steigert das Yang, wärmt die Organe, zerstreut, bewegt nach oben außen.Mobilisiert das Wei Qi.
Warm: stärkt das Yang und Qi und wärmt Körper und Organe.
Neutral: Baut Qi und Körpersäfte auf und harmonisiert den Körper.
Kühl: baut Körpersäfte und Blut auf. Verlangsamt das Qi und kühlt Hitze.
Kalt: erzeugt Kälte, kühlt innere Hitze, beruhigt den Geist

„Wenn etwas kalt ist, so erhitze es. Wenn etwas heiß ist, so kühle es ab. Durch die Ergänzung der Entgegengesetzten Polaritäten wird das ursprüngliche Gleichgewicht wieder hergestellt." (Gelber Kaiser)

Wirkrichtung:

Die Wirkrichtung beschreibt die Bewegungsrichtung des Qi, die das Nahrungsmittel im Organismus verursacht


Beispiel: Karotte
Westliche Analyse:

Ein säurebildendes Gemüse, das Eiweiß, Kalzium, Phosphor, Silizium, Betacarotin, Vitamin B1 und B12, Anthocyanidin, Fett und ätherische Öle enthalt. Aus dieser Analyse wird unter Umständen geschlossen, dass Karotten einer Übersäuerung des Blutes entgegenwirken, eine gute antioxidative Eigenschaft haben, das Bindegewebe stärken und den Kalziumkreislauf unterstützen.
Die energetische Analyse der TCM:
Ein Gemüse mit neutraler Temperatur und süßem Geschmack, das seinem Wesen nach Milz, Lunge und Leber gut tut, Qi und Blut leicht stärkt und die Qi-Zirkulation anregt. Daraus lässt sich ableiten, dass Karotten weder kühlen noch wärmen, und bei allen Beschwerden verwendet werden können. Weiter lässt sich folgern, daß ihre kräftigende Wirkung in erster Linie den oben erwähnten Organen zu Gute kommt, wodurch die Verdauung angeregt, die Atmung vertieft, die Haut genährt, die Blutqualität verbessert und die Qi-Zirkulation in Gang gehalten wird.

Anders als in der westlichen Medizin, die sich in viele einzelne Fachgebiete aufspaltet, betrachtet die Traditionelle Chinesische Medizin den menschlichen Organismus in seiner Gesamtheit.  Bei der Diagnose werden auch die individuellen Lebensumstände des Patienten berücksichtigt. ( Wie lebt er, wo , wer sind seine Eltern, Jahreszeiten, welcher job (putzfrau arbeitet unter nässe, Manager unter Stress..,) Alter, Lebensgewohnheiten, psychische Aspekte). Auch bei gleichem Symptom bekommt jeder einer individuelle Therapie.  Sodbrennen könnte Magenfeuer, Leberfeuer, übermäßiges Leberyang, Nieren Qi Schwäche usw sein.  Jeder Mensch bekommt eine  individuelle  Therapie.

Die westliche Medizin neigt eher dazu Symptome zu bekämpfen, die chinesische Medizin sucht nach der individuellen Ursache für die Beschwerden.
Susanne Sonnleithner
Dipl. Ernährungsberaterin nach TCM
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