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Emil Leander ,..märzkindchen---1.3.08


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Gefühle
Geschrieben von Mag.Bojdunyk-Rack Dagmar   

logoWie Kinder die Trennung ihrer Eltern erleben und reagieren
Für Kinder und Jugendliche, die es gewohnt waren, mit Mutter und Vater zu leben, bedeutet eine Trennung ihrer Eltern zumindest mittelfristig den Zusammenbruch ihrer vertrauten Welt. Außerdem fassen Kinder die Trennung auf eigene Weise auf. Je nach Alter und Persönlichkeit reagieren sie unterschiedlich, Folgendes erleben sie jedoch alle gleich:

  • Fast alle Kinder sind überzeugt, dass sie an der Trennung „beteiligt" und somit auch verantwortlich sind.
  • Als Folge treten Schuldgefühle auf: „Weil ich schlimm war / nicht gefolgt habe / schlecht in der Schule war ..., darum streiten meine Eltern und trennen sich. Ich bin schuld!" - Kinder haben eine eigene Sichtweise, wer sich von wem trennt. Vor allem jüngere Kinder erleben die Trennung der Eltern vorrangig als Trennung von sich selbst, als großen persönlichen Verlust. („Mama/Papa hat mich verlassen! Er/sie mag mich nicht!")
  • Scheidungskinder pendeln zwischen der Wut auf die Eltern bzw. den einen oder anderen Elternteil und der Wut auf sich selbst, weil sie es nicht geschafft haben, dass die Eltern zusammenbleiben.
  • Oft wird von den Kindern Streit als Ursache der Trennung gesehen. So entwickeln Kinder oft Angst vor Konflikten und versuchen, keinen Anlass zum Streit zwischen den Eltern zu bieten. Sie werden „brav und unauffällig" und ziehen sich zurück.
  • Die neue, unbekannte Situation ruft Ängste und Phantasien hervor: „Wenn mein Papa mich verlassen hat, dann kann mich meine Mama auch verlassen". Die Ängste der Kinder haben mit dem erlebten Verlust an liebevoller Zuwendung zu tun. Darüber hinaus können sich aber auch andere Ängste entwickeln -Angst vor dem Alleinsein, vor Prüfungen usw.
  • Aufgrund dieser Ängste fallen viele Kinder in ihrer Selbstständigkeit und ihren Bedürfnissen und/oder Leistungen vorübergehend auf eine frühere Entwicklungsstufe zurück (Regression).
  • Die Kinder reagieren mit Trauer auf die Trennung. Trauer ist eine gesunde, lebensnotwendige Reaktion auf den Verlust einer vertrauten Beziehung. Die Trauer wird auf der emotionalen und kognitiven Ebene wahrgenommen.
  • Für Kinder beginnt nach der Trennung der Eltern ein Leben in zwei getrennten Welten. Sie müssen sich in zwei Welten in „Mamas Welt" und in „Papas Welt" zurechtfinden. Da sie beide Elternteile lieben geraten sie in einen Loyalitätskonflikt: „Wenn ich zum Papa gehe, ist die Mama traurig. Wenn ich nach dem Wochenende vom Papa weggehe, ist er traurig". Die Kinder erleben sich zwischen ihren Eltern stehend.
  • Viele Kinder reagieren mit einem Leistungsabfall in der Schule: Aufgrund der emotionalen Belastungen können die kognitiven Herausforderungen nicht bewältigt werden.
  • Auch psychosomatische Symptome wie Kopf- und Bauschschmerzen können auftreten.

Kinder müssen auf eine Trennung reagieren! Diese Reaktionen sind Ausdruck des Bemühens, mit der veränderten Familiensituation fertig zu werden. Die Veränderungen und Auffälligkeiten im Verhalten der Kinder sind gesunde, normale Reaktionen auf eine schwierige Situation.


Was brauchen die Kinder?

  • Die Kinder brauchen ausreichende Informationen:
  • Sie haben ein Recht auf ehrliche, verständliche, altergemäße Informationen über die Gründe der Trennung! Jede nicht gegebene Erklärung wird vom Kind durch Phantasien über die Gründe der Trennung ersetzt und diese sind für Kinder meist beunruhigender, da die meisten Kinder die Schuld bei sich selbst suchen.
  • Sie brauchen in ausreichendem Maß Information über die Situation und bevorstehende Änderungen. „Wo werden wir wohnen, werden wir genug Geld haben?" Auch die Erklärung bestimmter Begrifflichkeiten wie Alimente, Sorgerecht etc. müssen den Kindern erklärt werden.
  • Die Kinder müssen aktiv in ihren Loyalitätskonflikten entlastet werden. Es ist wichtig, den Kindern immer wieder zu vermitteln, dass die Trennung eine Angelegenheit der Eltern ist, und dass das Kind nach wie vor beide Elternteile lieben darf. Kinder haben ein Recht darauf, eine lebendige Beziehung zu beiden zu haben, und sie müssen sich der Zuneigung beider Elternteile sicher sein.
  • Die Kinder sollen ermutigt werden alle ihre Gefühle auszudrücken: Angst, Wut, Zorn, Schmerz und Scham dürfen nicht verdrängt werden. Unterstützen kann man die Kinder auch durch die Haltung „ich bin für dich da" und „du kannst zu mir kommen, wenn du Sorgen hast". Zusätzlich sollen die Kinder durch Gespräche immer wieder angeregt werden, Fragen zu stellen.
  • Austausch mit Gleichbetroffenen.

RAINBOWS: Hilfe für Kinder in stürmischen Zeiten

Entlastung und Hilfe für betroffene Kinder bietet das gruppenpädagogische Angebot von RAINBOWS. Ziel von RAINBOWS ist es, Kindern und Jugendlichen bei der Trennung/Scheidung der Eltern oder im Fall des Todes naher Bezugspersonen beizustehen. Der Regenbogen von RAINBOWS steht für Hoffnung und Optimismus in den „Regenzeiten" des Lebens. Er soll Mut machen, die Ereignisse positiv zu bewältigen.

In den 16 Jahren des Bestehens in Österreich sind über 10.000 Kinder und Jugendliche in einer RAINBOWS-Gruppe begleitet worden. Die RAINBOWS-Einheiten werden in kleinen, altershomogenen Gruppen (4 bis 7 Kinder) angeboten. Jene Themen, die für die Verarbeitung des Trennungserlebnisses notwendig sind, werden in den einzelnen Treffen methodisch kindgerecht aufbereitet. Eine breite Methoden-Palette ermöglicht es, ressourcenorientiert auf jedes Kind einzugehen und gleichzeitig den Halt gebenden Gruppenprozess zu fördern.

Um den Prozess der Trauer zu begleiten, ist eine kontinuierliche Betreuung und Unterstützung über einen längeren Zeitraum notwendig. RAINBOWS-Gruppen kommen im Laufe eines halben Jahres 14 mal zu je 1 ½ Stunden zusammen. So wird zum einen gewährleistet, dass jedes Kind sein persönliches Tempo in der Trauerarbeit finden und leben kann. Zum anderen baut sich über die vielen Wochen und Monate ein Vertrauensverhältnis zwischen den Kindern auf, das zu einer wichtigen sozialen Stütze wird. Für Mütter und Väter gibt es begleitend jeweils drei Gespräche. RAINBOWS-Gruppen werden in der ganzen Österreich (außer Vorarlberg) angeboten, im Sommer gibt es auch die Möglichkeit am Feriencamp „Schiffsreise ins Regenbogenland" dabei zu sein.


Mag. Dagmar Bojdunyk-Rack
Geschäftsführerin RAINBOWS-Österreich
Theodor-Körner-Straße 182/1
8010 Graz
0316/688670
http://www.rainbows.at/
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