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Zweisprachige Familien Drucken E-Mail
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Geschrieben von Mag. Angela Wagner   
In Österreich werden über 14 % aller Ehen von PartnerInnen aus zwei unterschiedlichen Nationen geschlossen. Mindestens ebensoviele Partnerschaften und Familien sind zweisprachig. Eltern mit unterschiedlicher Sprache können Ihren Kindern die Möglichkeit bieten, zweisprachig aufzuwachsen. Das ist in einer immer multikultureller werdenden Gesellschaft privat und für die Karriere sicherlich ein großer Vorteil.

Allerdings ist es doch nicht so einfach, dass Kinder beide Sprachen gleichwertig erlernen. Beide Eltern werden sich bewusst darum bemühen müssen, ihre jeweilige Sprache mit dem Kind zu sprechen. Lange dachte man, dass kleine Kinder damit überfordert wären und die Sprachen nicht richtig zuordnen könnten. Wichtig dabei ist, zu wissen, dass Kinder nicht von vorneherein durch Zweisprachigkeit überfordert werden.

Sie können aber erst mit ungefähr zwei Jahren bewusst zwischen den Sprachen unterscheiden (z.B. Papasprache und langue de maman). In dieser Zeit werden sie beginnen mit den Sprachen sehr kreativ zu experimentieren, das Kind beginnt vielleicht auch Vergleiche zwischen den Sprachen anzustellen und hat Spaß an Übersetzungen.

Zweisprachige Eltern können die Erfahrung machen, dass Ihr Kind nur eine Sprache gut beherrschen lernt. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Viel hängt davon ab, wie die jeweilige Sprache und die damit verbundene Kultur geschätzt wird. Eltern, die Ihre Kultur und die Ihres Partners/Ihrer Partnerin schätzen und dem Kind mit der Sprache auch die Achtung vor der Kultur vermitteln, helfen Ihren Kindern enorm, um mit beiden Sprachen gut zurechtzukommen.

Leider wird oft die Freude an einer der beiden Sprachen auch von anderen Kindern oder Erwachsenen zunichte gemacht. Sätze wie „red deitsch, sonst versteht di ja kaana!“, in denen Missachtung vor der anderen Sprache und oft auch der anderen Kultur ausgedrückt werden, können die Zweisprachigkeit eines Kindes absolut hemmen.

Wenn allerdings Erwachsene und vor allem PädagogInnen bereit sind, den Austausch von Kindern in verschiedenen Sprachen (z.B. in der Kindergruppe, dem Kindergarten, der Schule) zuzulassen, haben auch Kinder aus nicht-zweisprachigen Familien die Chance, spielerisch und ohne Lerndruck eine zweite oder dritte Sprache zu erlernen.

„Der französische Psychoanalytiker Lacon sagt, Sprache ist eine Gabe. Das sollte man nie vergessen. Sie ist ein Geschenk. Man sollte sie schenken, man sollte sie wie ein Geschenk empfangen. Dazu gehört Freude, Lust, Spiel. Für die Zweite Sprache gilt das genauso wie für die erste. Sprachlernen sollte nicht in der „strengen Kammer“ erfolgen, mit der Folter der Regeln und Ausnahmen. Zweisprachlernen sollte das Nebenprodukt einer liebevollen und intensiven Kommunikation von Erwachsenen und Kindern sein.“ Dietmar Larcher
Literatur: FIBELines, Nr. 4/ Februar 1999 (Informationsblatt des Vereins FIBEL); und Referat von Larcher Dietmar „Zweisprachige Erziehung“

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