Erfahrungsbericht
In meinen ersten Artikeln „Geburt - Eine Initiation“, „Frisch nach der Geburt“ und „Vorbereitung auf das Nachhausekommen“ berichtete ich auszugsweise, wie ich mich auf die Geburt meines ersten Kindes vorbereitet habe, wie es mir bei dieser Geburt im Krankenhaus ergangen ist, welche Eindrücke mir von den ersten Tagen nach der Geburt in Erinnerung geblieben sind und von meiner Sehnsucht, wieder nachhause zu kommen.
Endlich daheim - Chaos!
Nach dem Spitalsaufenthalt zur Geburt bin ich dann endlich daheim angekommen - und ziemlich er-schrocken, wohin ich mich da so gesehnt hatte!
Mein Mann, in seinem Bestreben jede freie Minute bei mir und mit dem Baby zu verbringen, hatte das reinste Chaos hinterlassen! Mich hat fast der Schlag getroffen! Aber was half es, ich stillte mein Baby, damit es eine Weile schlief und schickte den Mann des Hauses einige Besorgungen machen. In der Zwischenzeit brachte ich die Wohnung in einen Zustand, der für mich erträglich war. Und ich habe mir geschworen, sollte ich noch einmal ein Kind bekommen, das würde ich mir besser organisieren!
Das Baby anziehen
Das Anziehen, so leicht es aussieht, war noch ziemlich lange ein Problem für mich. Was und wie viel sollte ich bei welcher Wetterlage und bei welcher Jahreszeit einem Baby, das alle Rekorde im Wachstum brechen wollte, anziehen? Alle vier Wochen musste ich die nächste Größe herauskramen und bereitmachen. Das verlangsamte sich erst im Alter von sechs Monaten.
Als Marian fast vier Monate alt war, bekam ich von einer Freundin einen wirklich guten Rat: “Schau, zieh´ dem Kind einfach immer eine Lage Kleidungsstücke mehr an, als du selbst am Leibe hast! Außerdem tut’s dem Kleinen gut, wenn er immer eine Haube auf hat! Erst wenn das Baby im Nacken zu schwitzen beginnt, fang an, es auszuziehen.“ – Bei meinen Buben hat das im Großen und Ganzen wunderbar geklappt.
Baden und Hautpflege
Ja, und dann ist noch die Sache mit dem Baden, die ich im Krankenhaus nicht so recht mitgekriegt habe. Beim Zimmertemperieren und Alles-Notwendige-Herrichten war die Lektüre ja noch leicht zu befolgen. Marian war ein Dauertrinker. Alle zwei Stunden genüsslich eine Mahlzeit. Und vor dem Trinken hatte ich keine Chance ihn zu baden. Das Ausziehen war nur unter Hungergebrüll möglich. Also warf ich notgedrungen alle bisherigen guten Tipps über Bord und versuchte, einfach den für uns richtigen Zeitpunkt zu finden. Einmal einen solchen Entschluss gefasst, war das Baderitual wirklich eine sehr schöne Zeit für uns.
Als kleines Baby schwebte Marian im Wasser und ich füllte die Babybadewanne schön voll. Später wurde er temperamentvoller und schüttete mir regelmäßig den Boden voll Wasser. Da reduzierte ich das warme Nass. Mit gut einem halben Jahr übersiedelten wir in die Duschwanne im Badezimmer.
Bei meinem jüngsten Sohn Alexander machte ich später eine ganz andere Erfahrung. Alexander mochte das nasse Element überhaupt nicht und ich reduzierte das Baden auf höchstens einmal in zwei Wochen. Wenn er die Hose voll hatte, legte ich ihn mir über den Arm und duschte ihn nur schnell ab. Erst nach gut sechs Monaten kam er langsam auf den Geschmack und jetzt planscht er wie seine älteren Brüder in der Badewanne herum.
Mit Badezusätzen war ich immer sehr sparsam und ziehe immer noch Ölbäder anderen Produkten vor. Nur wenn eines der Kinder einmal Soor (Hautpilz) hat, dann muss man alles Fettige und Ölige weglassen, weil der Pilz unter dem fetten Schutzfilm ein ideales Klima zur Ausbreitung hat. Wenn man im besten Glauben eine gute Creme auf den Babypo schmiert und am nächsten Tag schaut es schlimmer aus denn je, dann heißt es ab zum Arzt. Dieser sollte einen dann über die Möglichkeiten der Behandlung informieren.
Der Vorteil der Ölbäder war, dass ich meine Kinder nicht zusätzlich mit anderen Kosmetikas eincremen mußte. Ich hatte weder die Qual der Wahl, was nun für Babypo und Babyhaut das sanfteste und beste Produkt wäre, noch mußte ich mich stressen, wenn die Kinder hungrig vom Baden für meine gutgemeinten Streicheleinheiten nicht mehr ausreichend Geduld aufbrachten, bis ich die Salbe überall richtig aufgetragen habe. Der Nachteil, die Kinder haben den ersten Tag nach dem Bad fettige Haare. Allerdings verliert sich das rasch und dann bekommt das Haar einen sehr schönen seidigen Glanz. Sollte sich ein leichter Schorf auf der Kopfhaut bilden, dann läßt sich der mit dem Ölbad sehr schonend lösen, und anschließend mit einem feinen Kamm ausbürsten.
Windeln und Wickeln
Ich habe bei allen drei Buben von Anfang an Stoffwindeln verwendet, weil ich den Anblick der Wegwerfwindel auf der feinen Babyhaut nicht ertragen konnte. Das war für mich eine sehr starke Motivation. Wenn man Tag für Tag die Berge von Windeln auswäscht, jeden zweiten Tag eine volle Waschmaschine bestückt und beim Wäscheaufhängen und –abnehmen sich die Zweifel einstellen, wozu soviel zusätzliche Arbeit gut ist, braucht es schon einigermaßen Idealismus.
Jetzt ist Alexander 1 1/2 Jahre alt und ich habe beschlossen, dass ich meinen Idealen genug Arbeit und Zeit gewidmet habe und kaufe mir die Wegwerfwindeln. Natürlich gibt es viele positive Aspekte für die Stoffwindeln, aber für eine Mutter ist es schlussendlich eine Frage des Kräftehaushaltes. Wenn es dicht wird, weil das Baby krank wird, gerade einen Entwicklungsschub erlebt oder das „Zahnen“ die Nächte verkürzt, dann ist es kein Luxus, wenn die Wegwerfwindeln griffbereit im Kasten sind.
Wenn man sich fit fühlt, um es mit den Stoffwindeln aufzunehmen, dann kommt sofort die Frage: „Was soll man darüber anziehen?“ Für mich wichtige Kriterien sind, dass die Überhose nicht scheuern oder einschneiden darf und sie muss dicht sein! Zu Marians Geburt habe ich probeweise eine ganz biologische Wollüberhose geschenkt bekommen. Zuerst war ich begeistert, es fühlte sich so angenehm an und entsprach ganz meinen Vorstellungen von natürlichen Materialien. Als ich nach den ersten paar Nächten jedes Mal eine Garnitur Bettwäsche zusätzlich in die Waschmaschine stopfte, wurde mir klar: ich mußte eine andere Lösung finden.
Um zu verhindern dass mir mein Baby beim Wickeln „abstürzt“ habe ich mir angewöhnt auf einer Decke am Boden oder auf einer Matratze zu wickeln. Das hat sich gut bewährt. Allerdings ab spätestens acht Monaten hat jedes meiner Kinder einen sehr starken Bewegungsdrang entwickelt, sodass ich mich irgendwann wiederfand, mit einer Windel in der Hand meinem davonkrabbelnden, davonlaufenden Kind nachstellend. Mit der Zeit entwickelte ich großes Geschick, den Kindern die Windeln in allen möglichen und unmöglichen Stellungen anzuziehen. Erst ab gut einem Jahr, konnte ich dann an die Mitarbeit des jeweiligen „Läufers“ appellieren, um die Situation für mich wieder etwas weniger sportlich zu gestalten.
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