Ria
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Mein Kaiserschnitt - 19/08/2007 10:44
Bei mir war ziemlich zeitig klar, das es eine Kaiserschnittgeburt werden wird. Es war nicht mein Wunsch, denn ich hätte gerne eine natürliche Geburt erlebt. Michael sass aufrecht, trotz Übungen und Bemühungen drehte sich der Zwerg nicht und nicht. Also fand ich mich mit dem Gedanken ab. Mir war in der Zeit ohnedies nur eines wichtig,das alles gut verläuft, da ich ja leider von Anfang an Schwierigkeiten hatte.
Der Eingriff war für den 7.Jänner 1997 angesetzt. Am 24.12. bekam ich eine leichte Blutung, ab ins Spital. Dort stellte sich heraus, das es nur Vorzeichen sind und nichts weltbewegendes, ich soll aber in einer Woche, wenn nicht vorher etwas anders ist, wieder kommen. Gesagt und getan. War irgendwie, rückblickend, aufregende 14 Tage bis zum Tag seiner Geburt.
Er wartete aber brav ab. Am 6.Jänner 1997 mußte ich ins Spital - Vorbereitungen, Ultraschall, Gespräche mit Ärzten. Michael sass stolz aufrecht in seiner Höhle.
Es war fixiert. Mir wurde der Kreuzstich nahe gelegt und ich hatte ein seeeeeeeeeeeeeeeehr langes Gespräch mit dem Arzt darüber, denn das ist das Einzige gewesen, was mich die ganze Zeit über nicht wirklich inspiriert hat zum Nachdenken. Nach allen für und wider stimmte ich zu. Was sollte auch passieren. Zu den Ärzten hatte ich ein gutes Verhältnis, war oft genug in der Notaufnahme und kannte dadurch, glaube ich, wirklich alle Ärzte auf der Gyn.
In der Nacht zum 7. führte sich der Zwerg im Bauch auf, als würde es kein morgen geben. Keine Minute schlief ich. Er boxte, strampelte und führte sich wirklich regelrecht auf. Jetzt war ich nicht nur nervös wegen dem Eingriff, nein ich hatte auch leichte Panik wegen dieser doch eher ungewöhnlichen "Attacken". Ich ersehnte mir endlich den Morgen herbei, damit endlich irgendwer da ist. Mein Exmann kündigte sich ja für die Früh an, weil er dabei sein wollte, also zumindest in der Nähe. Dabei sein durfte er nicht bei dem Eingriff selber. Die Schwester kamen um 6 Uhr um mich vorzubereiten.Kurz darauf kam auch mein Exmann schon bei der Tür herein. Sie schoben mich durch die Gänge in das Vorbereitungszimmer. Es wurden die Herzöne vom KInd aufgezeichnet und auch der Wehenschreiber tat seine Arbeit. Und was stellt sich heraus, ich hatte Wehen. Na toll dachte ich, was für ein Tag. Dann wurde der Katheder gesetzt - hier möchte ich ehrlich sein - es war in keinster Weise angenehm. Bei vorherigen Eingriffen, findet das unter Narkose statt und daher wußte ich nicht wirklich, wie weh das tun kann. Mann das tat echt weh. Ich zerkratzte die Hand vom Exerl.  Dann kamen die Ärzte, die Visite hatten und dann Gyndienst in der Aufnahme. Es waren zwei Ärzte, die fast immer dann Dienst hatten, wenn ich wieder mal mit Blutungen auftauchte oder weil die Herztöne beim Frauenarzt nicht stimmten oder die Blutwerte sehr ungewöhnlich waren. Und das ist etwas, wofür ich heute noch dankbar bin. Diese beiden Ärzte meinten, dadurch, das ich sie schon kenne werden sie den Eingriff machen. Und ich soll erst in den OP, wenn sie fertig sind. Die Beruhigung schlechthin. Mir ging es gleich besser und ich beruhigte mich dadurch auch wieder. Gesagt und getan. Es wurde der Kreuzstich gesetzt. Absolut zum Empfehlen. Es ist schon toll gewesen "dabei sein zu können". Das Kind schreien zu hören und schließlich auch anzufassen, nachdem es vom Kinderarzt untersucht wurde. Wobei der Vater unseres Sohnes war der Erste von uns beiden, der ihn sah. 
Die Ärzte schnippselten brav, so das die Narbe heute kaum sichtbar ist, auch wenn sie etwas lang geraten ist.
Der Nachteil des Kreuzstiches war - als sich langsam wieder die Beine und der Unterleib wieder bemerkbar machten, kamen auch die Schmerzen langsam. Das war schon etwas grausig. Je mehr alles munter wurde, umso mehr tat es weh. Und es tat echt weh.
Am nächsten Tag wollte und durfte ich aber aufstehen. Die erste Nacht verbrachte der Kleine im Babyzimmer, damit ich mich noch erfangen konnte, doch am nächsten Morgen wurde mir mein Baby gebracht.
Gut, ich hatte den Vorteil, ich wußte das der Eingriff sein wird und konnte mich darauf einstellen. Sicher ist es für viele Frauen eine Art Schock,wenn mitten unter der Geburt fest gestellt wird, das der Kaiserschnitt unumgänglich ist. Doch eines kann ich sagen - zu dem damaligen Zeitpunkt, ist ja doch schon einige Jährchen her - ich habe danach immer gesagt "Keine Angst davor, die Ärzte wissen was sie tun und ich war gut aufgehoben". Klar, nicht jede Frau wird das bestätigen können, nur ich hatte keine Angst mehr, wenn es beim Zweiten wieder so sein sollte. Doch die Frage stellte sich nicht mehr.
Was mir natürlich fehlte war am Anfang das völlige Bewusstsein das ich Mutter war. Irgendwie kam ich mir eine Zeit minderer vor, als die Frauen, die von ihren natürlichen Geburten erzählten. Doch auch das verging irgendwann, denn wichtig war - das Kind war und blieb gesund. Und ich war nicht weniger oder mehr,als die Frauen, die normal entbunden hatten.
Also keine Angst, wenn es heißt "Es wird ein Kaiserschnitt werden". Und nie vergessen - Man kann die Ärzte fragen und fragen und fragen. Egal wie oft man das Gleiche fragt, denn schließlich ist man voller Ängste und Sorgen.
Ria
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